Inneres Kind: Unterschied zwischen den Versionen
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Aktuelle Version vom 22. Oktober 2024, 09:51 Uhr
Grundlagen
- "Übersetzung" tiefenpsychologischer/psychoanalytischer Theorien in für Laien verständliche Sprache
- verständliche, nachvollziehbare und handhabbare Beschreibung innerer Prozesse
- Grundannahme: "Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit" (Erich Kästner oder Milton Erickson?)
- Ziele:
- positive Kindheitserlebnisse ins Bewusstsein zu heben → Nutzung als Ressource (kindliche Neugier, Begeisterungsfähigkeit, Staunen, Lebendigkeit, Spontanität)
- sich selbst im "Hier und Jetzt" die emotionale Zuwendung geben, die in der Kindheit gefehlt hat
- psychische Verletzungen aus der Kindheit heilen
- Annahme: wenig Liebe und Anerkennung in Kindheit → Selbstwertgefühl↓, unangemessen großes Verlangen nach Zuwendung, übermäßige Kränkbarkeit
Ausgangsvorstellung
- "Abtrennung" des Inneren Kindes durch Schmerz/Traumatisierung → Schutz vor Schmerz, Hilflosigkeit, Ausgeliefertsein (Verdrängung/Vermeidung unangenehmer Gefühle)
- Problem:
- bei Abwehr unangenehmer Gefühle auch positive Gefühle vermindert → "ungeliebtes Kind", Schuld, Scham, Angst vor Verlassenwerden, Zurückweisung, Strafe
- mangelnde Verantwortungsübernahme → behandelt sich selbst so, wie Prägung durch Eltern/Bezugspersonen. z.B.
- "Ich kann mich selbst nicht glücklich machen, andere können das besser als ich"
- "Andere sind für meine Gefühle verantwortlich, und ich bin für ihre verantwortlich"
- "Ich wäre egoistisch und falsch, wenn ich mich selbst glücklich machte"
- "Im Grunde meines Wesens bin ich schlecht"
- "Am besten ist es, Bedürfnisse nach Liebe und Zuwendung wegzuschieben"
Ablehnende Haltung = Widerstand
- "In mir gibt es kein inneres Kind, andere haben es vielleicht, ich aber nicht"
- "Niemand an meinem Arbeitsplatz würde mich noch respektieren, wenn ich kindlich wäre"
- "Ich werde nie etwas zustande bringen, wenn ich das Kind in mir rauslasse"
- "Ich kann dem Kind nicht vertrauen, es wird mir nur Ärger machen"
- "Wenn ich mich meinem Kind öffne, werde ich die Kontrolle über mein Leben verlieren"
Zielvorstellung
- liebevolle innere Verbindung zwischen Innerem Kind und Erwachsenen → Zugang zu tieferer Freude, Wahrnehmung und Intuition
- Entscheidung zur Annahme des Inneren Kindes = Verbindung mit "innerer Wahrheit"
- Übernahme von Selbstverantwortung → mehr Unabhängigkeit von Meinung und Wohlwollen anderer
- Finden neuer "Glaubenssätze":
- "Ich bin selbst verantwortlich für mein Glück"
- "Ich bin bereit, meine Gefühle wahrzunehmen und anzunehmen"
- "Ich bin offen für Neues und Veränderungen in meinem Leben"
- "Ich bin stark genug, für mich selbst zu sorgen und für mein Wohlgefühl die Verantwortung zu übernehmen"
- "Ich darf neugierig und verspielt, albern und spontan, lebendig und sensibel sein"
- "Ich darf auch zornig und traurig sein, denn durch meine Selbstliebe erkenne ich, dass alle Gefühle wichtige Teile meiner selbst sind"
praktische Arbeit
- Therapeut schräg dahinter setzen
- Regression → mit Vornamen ansprechen, Duzen
- aus Thema entwickeln, z.B. brav sein, angepasst
- reingehen → Imagination, Bilder entwickeln/kommen lassen
- Kind → Erwachsener: "ankommen"
- anschauen: Gefühle?
- Was braucht das Kind?
- Was müsste man ihm noch sagen? → jetzt sagen! Was passiert?
- Was ist der Impuls? z.B. umarmen (Stellvertreter/Mitpatient)
- "die Kleine weiß, was sie braucht, die Große, wie man es kriegt"
- am Ende "Foto machen" = visuell abspeichern
Therapieformen
- Transaktionsanalyse: "Innere Instanzen" → Kind-Ich, Erwachsenen-Ich, Eltern-Ich
- Schematherapie: Imagination mit verschiedenen Kind-Modi (verletztes, verärgertes, undiszipliniertes, glückliches Kind) → "maladaptive Schemata" = falsche Glaubensmuster/Lebensmuster
- Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie (PITT): Stabilisierung → Inneres Kind an "sicheren Ort" bringen, von idealen "Helferwesen" versorgt und beschützt
- Ego-State-Therapie: Inneres Kind = Ego-State
- Hakomi: Körperwahrnehmung → Zugang zum inneren Kind und dessen körperliche Empfindungen
- EMDR: "Imaginatives Reprozessieren" → oft Prozesse analog zur Inneren-Kind-Arbeit
- Systemische Therapie: innere Prozesse → verschiedene Anteile und führendes, vermittelndes Selbst